Was ist der Welt-Anti-Doping-Code?

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Der Code ist das grundlegende und allgemeingültige Dokument, auf dem das Welt-Anti-Doping-Programm im Sport basiert. Er fördert die Anti-Doping-Anstrengungen. Er vereinheitlicht weltweit die Regelgebung und fördert die Zusammenarbeit von internationalen und nationalen Sportfachverbänden, Behörden und Anti-Doping-Agenturen. Er setzt Impulse, damit Informations- und Erziehungskampagnen durchdacht und umgesetzt werden. Er unterstützt neue Forschungsmethoden.

Für einen dopingfreien und fairen Sport und zum Schutz der Gesundheit

Der Code ist das erste Dokument, das die Antidopingregelungen im Sport für alle Sportarten und Länder der Welt harmonisiert. Mehr als 1000 Delegierte von Sportorganisationen und Regierungen gaben dem Code bei der Weltkonferenz über "Doping im Sport" in Kopenhagen im März 2003 ihre Unterstützung. Der erste Code trat am 1. Januar 2004 in Kraft.

Dies war ein wichtiger Schritt, um fundamentale Werte des Sports zu sichern. Hierbei geht es etwa um Fairness, Chancengleichheit, Gesundheitsschutz oder das Recht der Athleten, an einem dopingfreien Sport teilzunehmen.

Bis Ende 2004 nahmen nahezu alle internationalen Sportfachverbände der Olympischen Bewegung, die Nationalen Olympischen Komitees und die Nationalen Anti-Doping-Organisationen den WADC an. Somit verpflichteten sie sich – sprich die Unterzeichnung der sogenannten "Kopenhagener Erklärung" -, bis zum Beginn der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin eine zwischenstaatliche Vereinbarung zu treffen und den Code umzusetzen.

Der Code im stetigen Wandel

Da sich der organisierte Sport und mit ihm auch die Dopingpraktiken und die Anti-Doping-Arbeit stetig verändern, wurde seit Bestehen des WADC auch dieser mehrfach überarbeitet und an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz im November 2007 in Madrid wurde die zweite Version des Codes verabschiedet. Diese trat zum 1. Januar 2009 in Kraft und musste wiederum von den Ländern, die den WADC angenommen hatten, umgesetzt werden.

Eine erneute Revision des WADC begann im Jahr 2011. Der dritte WADC wurde schließlich auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz im November 2013 in Johannesburg verabschiedet.

Der neue, weiterentwickelte Code trat am 1. Januar 2015 in Kraft. Er musste ebenfalls von seinen Unterzeichnern in die jeweiligen nationalen Anti-Doping-Regelwerke implementiert werden. Das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat das neue Dopingdekret am 22. Februar 2016 verabschiedet. Er ist für die Deutschsprachige Gemeinschaft am 1. März 2016 in Kraft getreten.

Neben dem Code, der das Grundlagendokument darstellt, erarbeitete die WADA die sogenannten "International Standards". Diese detaillierten Ausführungsbestimmungen zum Code regeln einzelne praxisrelevante Bereiche wie beispielsweise den Ablauf der Dopingkontrollen, die Meldepflichten der Athleten oder die Beantragung Medizinischer Ausnahmegenehmigungen. Auch sie sind für die Unterzeichner des Codes verbindlich und sind im Dekret und dem dazugehörenden Erlass in gemeinschaftliches Recht umgesetzt worden.