Breitensportstudie für Ostbelgien vorgestellt

Fazit der Sportstudie: Wohin soll sich der ostbelgische Breitensport entwickeln?

In Eupen stellten die beteiligten Wissenschaftler die vom Ministerium in Auftrag gegebene Studie zum Breitensport vor. Sie liefert zahlreiche Daten und Empfehlungen, wie das Sportangebot in Ostbelgien bedarfsgerecht gestärkt werden kann.

„Wir wollten erfahren, welchen Stellenwert der Sport in Ostbelgien hat. Und wie dieser Stellenwert in der Zukunft gefestigt und weiter entwickelt werden kann“, fasste Professor Lutz Thieme zusammen, der die Untersuchung leitete.

Zahlreiche Gäste, vor allem aus den Sportvereinen Ostbelgiens, hatten sich am 16. März im ostbelgischen Ministerium eingefunden, wo die neue Breitensportentwicklungsstudie vorgestellt wurde. 18 Monate lang hatte ein Team des in Trier ansässigen Instituts für Sportstättenentwicklung (ISE, Trier) wissenschaftlich erforscht,

  • wie sich die ostbelgische Sportszene künftig entwickeln wird

  • welche Sportstätten dafür benötigt und gewünscht werden.

Wie sammelten die Wissenschaftler Informationen?

Um an verlässliche Daten zu gelangen, gingen die Wissenschaftlicher verschiedene Wege:

  • Zum ersten befragte man die Sportvereine,

  • zum zweiten die Bürgerinnen und Bürger

  • und zum dritten führte man ausführliche Interviews mit verschiedenen ostbelgischen Experten.

Eine Serie von öffentlichen Sportgesprächen, in denen sich viele Sportinteressierte mit Anregungen und Fragen zu Wort meldeten, trug zusätzlich dazu bei, die für die Zukunft bedeutenden Herausforderungen zu erkennen.

Was kam dabei raus?

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Zu den wichtigen Fakten, die das ostbelgische Sportangebot prägen, zählt nicht zuletzt die Entwicklung der Bevölkerung. „Insgesamt wird die Anzahl der Einwohner zunehmen, vor allem in den nördlichen Gemeinden“, erläuterte Sebastian Schneider, der im ISE-Team mitarbeitete. „Dabei werden die Ostbelgier künftig tendenziell älter sein, der Anteil der über 65-Jährigen steigt deutlich an. Diesen Faktor sollte man in den Planungen für künftige Sportstätten unbedingt berücksichtigen.“ Eine andere Ziffer, die dabei eine Rolle spielt: Die Sportvereine haben mit einer durchschnittlich 41 Prozent einen hohen Anteil an jugendlichen Mitgliedern, insgesamt sind es über 8.500.

Was empfiehlt das ISE Ostbelgien für seinen zukünftigen Sport?

Auf der Basis der gewonnenen repräsentativen Daten erarbeiteten die Wissenschaftler verschiedene Empfehlungen für die Zukunft. „Wir denken, dass man noch stärker und systematischer über die Sport- und Bewegungsangebote informieren sollte“, bilanzierte Stefan Henn, ebenfalls Mitarbeiter im ISE-Team. „Zudem empfiehlt es sich, die naturnahen Bewegungsmöglichkeiten ausbauen, etwa Radwege und Wanderstrecken. Denn diese Sportangebote sind sehr beliebt und werden es auch bleiben.“

Wichtig für die Zukunft ist auch das ehrenamtliche Engagement im Sport. Die Studie empfiehlt, junge Menschen gestärkt dazu zu motivieren, Verantwortung in den Vereinen zu übernehmen, sei es als Trainer oder Übungsleiter oder auch in den Vorständen.

Als sinnvoll erachten die Autoren auch, den Sport noch gezielter mit Bereichen wie Bildung und Gesundheit zu vernetzen  - etwa mit Bewegungsangeboten für Jugendeinrichtungen oder durch eine Kooperation mit medizinisch-therapeutischen Einrichtungen. „Insgesamt“, fasste Stefan Henn zusammen, „hat der ostbelgische Sport zweifellos das Potenzial, die künftigen Notwendigkeiten zu meistern.“